Alkoholfreie Biere und Biermischgetränke im Trend

Geposted von Christopher Gouverneur am

Alkoholfreie Biere und Biermischgetränke im Trend

 

Optimistische Prognosen für alkoholfreie Getränke

Durch ein immer weiter steigendes Gesundheitsbewusstsein und gesünderen Lebensstil wächst der Markt für alkoholfreie Getränke. Auch viele Brauereien haben den Wandel mitbekommen und sind schon auf das Boot aufgesprungen. Das Marktforschungsinstitut IWST prognostiziert ein Wachstum für alkoholfreie Biere bis zum Jahr 2023 um einen jährlichen Anstieg von ca. 8,8 %. Im Vergleich zu anderen Softdrinks weisen alkoholfreie Biere und Biermischgetränke weniger Zucker auf und Kalorien auf und werden somit auch mehr und mehr als „Durstlöscher“ angesehen.

Sidefact:

Laut Euromonitor betrug der weltweite Absatz von alkoholfreiem Bier und Biermischgetränken 40,91 Millionen Hektoliter für das Jahr 2018. Im Vergleich zum Jahr 2015 waren es „nur“ 33,56 Millionen Hektoliter. Die größten Unternehmen in der Branche sind dabei die Krombacher Brauerei, Oettinger Gruppe und die Erdinger Brauerei gefolgt von der Bitburger Braugruppe.

 

Deutschland hat bei alkoholfreien Bieren und Biermischgetränken die Nase vorn

Innerhalb von Europa liegt Deutschland bei alkoholfreien Bieren und Biermischgetränken sehr weit vorne. Der Deutsche Brauer-Bund spricht für 2018 von einem Ausstoß von über 6,04 Millionen Hektoliter. Das Segment wuchs im Vergleich zum Vorjahr um fast 13 %. Bei alkoholfreien Biermischgetränken und Radler waren es sogar 19 %, so ein Pressesprecher.

 

Nur ein Trendgetränk oder steckt doch mehr dahinter?

So richtig Los ging es mit alkoholfreien Bieren um das Jahr 2008. Der Absatz zu diesem Zeitpunkt war etwa bei 2,3 Mio. Hektoliter. Im Laufe der Zeit hat sich der Absatz nun mehr als verdoppelt. Im Jahr 2018 wurde die magische Grenze von 6,04 Mio. Hektolitern überschritten. Gerade im westlichen Teil von Europa, Afrika und im Mittleren Osten ist die Nachfrage besonders hoch. Viel Potential gibt es dabei noch bei dem Rest der Welt, insbesondere im asiatischen und amerikanischen Raum. 

Den ersten Schritt zum alkoholfreien Bier machte Ulrich Wappler. Dieser stellte 1972 das erste „Autofahrbier“ vor (kurz: Aubi). Damals noch angelehnt für bewusste Trinker, die aber später noch Auto fahren müssen. Heutzutage ist das immer noch ein guter Grund, allerdings sind viele weitere Dinge erforscht und mittlerweile steht es auch für Verantwortungsbewusstsein, Genuss, Sportlichkeit und natürlich auch Gesundheit. Hier kannst du lesen was Alkohol alles mit deinem Körper anstellen kann!

 

Was ist euch wichtig beim Bier? Alkoholgehalt oder guter Geschmack?

Laut einer Umfrage zum Thema Biertrend befragten die K&A einige Verbraucher der X/Y/Z Generation in Deutschland, welche Eigenschaften ihnen bei einem Bier wichtig sind. Die Ergebnisse waren simpel. 60 % der Befragten hatten gegenüber alkoholfreien/alkoholreduzierten Bieren eine hohe Akzeptanz. Ebenso muss ein Bier bei einem guten Geschmack keinen Alkohol enthalten.

 

Viele alkoholfreie Biermarken werden auch im Marketing und Sponsoring Aktivtäten, gerade bei sportlichen Veranstaltungen, eingesetzt. Dadurch wird es durchaus positiv aufgenommen und als gesund und isotonisch angesehen. Tatsächlich gibt es schon Forschungsergebnisse die die Aspekte unterstützen. Einige Forscher des Instituts für Biochemie der FAU fanden heraus, dass die im Bier erhaltenen Stoffe Xanthohumol und Iso-Alphasäuren biologische Prozesse vor allem in der Kombination günstig beeinflussen. Kleine Mengen von Xanthohumol entschleunigen bereits Entzündungsfaktoren in Leber- und Blutzellen. Tatsächlich gibt es aktuell keine andere Möglichkeit Xanthohumol und Iso-Alphasäuren aufzunehmen, als über den Konsum von Bier. Entgegen den positiven Effekten steht natürlich der Alkoholgehalt. Durch den Konsum von alkoholfreiem Bier kann eine positive Wirkung erzielt werden. Gerade zur Behandlung oder Prävention von Leberschädigung durch Fettleibigkeit scheinen Xanthohumol und Iso-Alphasäuren sehr vielversprechend, so die Wissenschaftler.

 

Neue Innovationen und Experimente

Vieles dreht sich um Genuss und Gesundheit zugleich. So sind einige Brauereien am Experimentieren und testen, indem verschiedenen Kräuter, Blüten, Gemüse und Gewürze genutzt werden, um ein leckeres Bier zu brauen. Gerade jüngere Verbraucher erfreuen sich am Trend, neue Geschmacksrichtungen bei Biermischgetränken zu fördern. Auch bei den klassischen alkoholfreien Bieren ist der Trend zu sehen. Die sogenannten Craft Biere rücken mit alkoholfreien Varianten immer mehr und mehr in den Fokus der Geschäfte und Verbraucher. Ein besonderer Hersteller in diesem Bereich ist die Rügener Insel Brauerei. Diese schickt gleich vier innovative und leckere Sorten ins Rennen. Skipper’s Special Bitter, Snorkeler’s Sea Salt IPA, Surfer’s Summer Ale und Swimmer’s Saison nennen sich die neuen Sorten, die ihr auch ab sofort bei uns im Shop finden könnt. Besonders auffällig sind die Biere, da sie allesamt mit „nassfestem Naturpapier“ umwickelt sind. Allerdings ist nicht nur die Verpackung auffällig schön, sondern auch die Braumethode ist eine besondere. Mit Verwendung von Naturdoldenhopfen, neuartigen Frische-Destillation, sorteneigener, unfiltrierter Gärungskohlensäure und Flaschenreifung machen dieses Bier besonders.

 

Wie braut man alkoholfreies Bier?

Im Grunde ist der Brauprozess von alkoholfreien Bieren genau der gleiche wie von jedem anderem alkoholhaltigen Bier. Jedoch gibt es verschiedene Varianten den Alkoholgehalt zu verringern oder sogar ganz auszuschließen.

 

1. Den Alkoholgehalt bereits im Gärprozess verringern.  

 

Betrachtet man den Prozess eines Bieres, so wird deutlich das Hefe verantwortlich ist, Malzzucker zu Alkohol und Kohlensäure umzuwandeln. Jedoch darf die Hefe bei einem alkoholfreien Bier nur bis zu einem Alkoholgehalt von maximal 0,5% vol. arbeiten. Somit stoppt man die Gärung des Bieres. Damit kein weiterer Alkohol entstehen kann wird die Gärung durch kurzeitiges starkes erhitzen unterbrochen. Aufgrund der vielen Rückstände von Restzucker sind die Biere die durch gestoppte Gärungsmethode hergestellt werden oft süßlich im Geschmack.

 

2. Den Alkohol nachträglich entfernen 

 

Bei dieser Methode wird das Bier regulär eingebraut und vergoren. Jedoch wird hier nach der Reifung des Bieres der Alkohol im Vakuum abgedampft. Quasi ein Destillationsverfahren im Vakuum. Hierbei werden Wasser und Alkohol aufgrund ihrer unterschiedlichen Siedepunkte getrennt. Ebenso wird hier der Alkohol solange entzogen bis weniger als 0,5% vol. in dem Bier enthalten sind. Die 0,0% vol. Biere sind wirklich frei von Alkohol. Dort lässt man die Entalkoholisierung einfach solange laufen bis kein Alkohol mehr vorhanden ist.  

Das Besondere an dieser Destillationsmethode ist, das Aroma -/ Geschmackstoffe besser erhalten bleiben. Diese alkoholfreien Biere sind in der Regel nicht so süß sondern man verwendet das Verfahren bei alkoholfreien herben Bieren.

Daneben gibt es noch andere Möglichkeiten den Alkohol zu entziehen, jedoch sind diese zwei beschriebenen Optionen die am häufigsten vorkommenden.

 

Schmeckt alkoholfreies Bier überhaupt?

JA! Sogar sehr gut. Aber nicht nur aufgrund des Anstiegs der Sortenvielfalt sondern auch, weil ein rasanter Fortschritt in der Produktion von alkoholfreien Bieren vorliegt. Seit einigen Jahren wird das Bier auch nachgehopft, d. h. dem alkoholfreien Bier werden weitere Hopfensorten zugesetzt. Aufgrund der neuen Kombinationen der Rohstoffe sind die verschiedensten Aromen möglich. Von Citrus, Minze, Ananas über Holunderblüte. Es gibt keinen Halt bei diesem Trend!

"Da gibt es richtige Geschmacksbomben, wo man vor lauter Hopfen gar nicht schmeckt, dass der Alkohol fehlt." Probiere doch gerne eines unserer alkoholfreien Biere.

 

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