Faktencheck! Bedeutet „Alkoholfrei“ das Gleiche wie „ohne Alkohol“?

Geposted von Christopher Gouverneur am

10 Fakten darüber, ob „alkoholfreie“ Getränke wirklich keinen Alkohol enthalten!

Schon oft habe ich mir die Frage gestellt, ob mein Getränk, dass den Schriftaufzug „Alkoholfrei“ trägt, wirklich gar keinen Alkohol enthält. Damit ihr die Frage in Zukunft sicher beantworten könnt, kommt hier der Faktencheck!

  1. Ohne Alkohol 

Steht auf eurer Flasche die Bezeichnung „Ohne Alkohol“ könnt ihr sicher sein, dass 0,00 % Alkohol in dem Getränk enthalten sind. Denn nach deutschem Recht dürfen nur Lebensmittel die Bezeichnung „Ohne Alkohol“ tragen, wenn wirklich keinerlei Alkohol enthalten ist. Ohne Alkohol leben? Gründe, warum das eine gute Idee ist und welche Effekte es mit sich bringt kannst du hier nachlesen.

 

  1. Alkoholfrei 

Ein als "alkoholfrei" beworbenes Getränk muss nicht zu 100 % frei von Alkohol sein. Es darf nach deutschem Lebensmittelrecht einen Restalkoholgehalt von bis zu 0,5 Vol. % enthalten, ohne dass dieser gekennzeichnet werden muss. Mittlerweile zeichnen die meisten Hersteller alkoholfreier Biere diese mit dem Restalkoholgehalt aus ("Alkohol < 0,5 Vol.%").

Doch wusstet ihr, dass selbst in Lebensmittel Alkohol enthalten ist?

Lange Zeit wurde Alkohol als Konservierungsmittel in Lebensmitteln eingesetzt. Und auch heute kennt wahrscheinlich jeder die „Mon Cherie“ Praline, die mit Alkohol befüllt ist. Aber auch Früchte enthalten durch natürliche Gärungsprozesse einen geringen Alkoholgehalt. Jedoch gilt für feste Lebensmittel wie z.B. Pralinen oder Desserts keinerlei Kennzeichnungspflicht. Der zugesetzte Alkohol muss bei den verpackten Lebensmitteln lediglich in der Zutatenliste benannt werden.

 

  1. Früchte enthalten Alkohol? 

Ja, ihr lest richtig! Wie bereits oben beschrieben, enthalten Früchte durch ihren natürlichen Gärungsprozess von Natur aus geringe Mengen Alkohol. Selten übersteigt der Alkoholgehalt in Früchten und Fruchtsäften 0,3 Vol.%. Dieser Alkoholgehalt ist also nicht zu schmecken und muss auch nicht deklariert werden.

Eine reife Banane enthält jedoch bis zu 0,6 Vol.% Alkohol und hat damit wesentlich mehr Alkohol als unsere alkoholfreien Alternativen. Fünf reife mittelgroße Bananen erhalten somit schon so viel Alkohol wie ein kleines Bier. Aber auch in Apfel- und Traubensaft ist Alkohol vorhanden und erlaubt. In Traubensaft dürfen sogar bis zu 1,0 Vol.% Alkohol enthalten sein. 

Jedes reife Obst kann Alkohol enthalten. Ethanol, die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung für den umgangssprachlich gemeinten Alkohol und ist eigentlich nur vergorener Zucker. Reife Früchte enthalten Zucker, aber auch Hefe. Hefezellen, die zum Beispiel über kleine Risse in der Schale in das Fruchtinnere gelangen, bauen unter Sauerstoffmangel Zucker zu Alkohol ab. Je mehr Zucker in der Frucht und je mehr Zeit für dessen Umwandlung, desto größer deren Alkoholgehalt.

 

  1. Wieso steht auf Apfelsaft und Traubensaft dann kein alkoholfrei? 

Gute Frage, oder? Eigentlich lässt sich das jedoch sehr leicht beantworten. Ein Kennzeichnungspflicht auf Lebensmitteln erfolgt erst ab 1,2 % Alkoholgehalt. Außerdem werden bei der Herstellung von alkoholfreien Getränken wie Wein oder Bier, erst ein alkoholhaltiges Getränk produziert und anschließend mittels verschiedener Verfahren der Alkohol entfernt. Aus technischen Gründen lässt sich aber nie der komplette Alkohol aus dem Getränk entfernen und so wurde vom Gesetzgeber eine Toleranzgrenze von bis zu 0,5% Restalkohol eingeführt.  

Einige wenige Produzenten haben es jedoch geschafft, 0,0% Produkte auf den Markt zu bringen. Diese Anbieter garantieren dir dann, dass kein Alkohol mehr vorhanden ist. 

 

  1. Kann man sich betrunken essen?

Die Frage, ob man sich betrunken essen könnte erinnert unweigerlich an den Filmklassiker „Die lustige Welt der Tiere“. Er führte schon in den 1970er Jahren Affe & Co. vor, die sich nach dem Genuss von vergorenen Früchten des Marula-Baums in der afrikanischen Savanne ziemlich benebelt verhalten. Mitgespielt hatten torkelnde Elefanten, wankende Giraffen und eine Raupe mit Schluckauf. Jedoch ist der Alkoholgehalt einer frisch vom Baum gepflückten Marula-Frucht sehr gering. In Fallobst, das drei bis vier Tage gärt, steigt er immerhin auf 3%. Ein Elefant müsste jedoch für einen Schwips etwa das 400-Fache seiner üblichen Nahrungsmenge an Marula-Früchten verdrücken und dabei gleichzeitig auf Wasser verzichten.

Wie bereits unter Punkt drei aufgeführt, ist die Banane ein sehr zuckerhaltiges Obst und somit der Promilleteufel unter den Nahrungsmitteln mit natürlichem Alkoholgehalt. Jedoch müsste ein Mann mit durchschnittlichem Körpergewicht rund 20 Bananen essen, um fahruntüchtig zu werden.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der Alkoholgehalt von sehr reifem Obst normalerweise unbedenklich ist bzw. wäre es zumindest sehr anstrengend sich einen Rauch anzuessen.

 

  1. Sollten Menschen mit einer ehemaligen Suchtkrankheit auf alkoholfreie Alternativen umsteigen? 

Auch wenn in den meisten alkoholfreien Getränke kaum Alkohol enthalten und alle Getränke als physiologisch unbedenklich gelten, raten wir von so einem Vorhaben strengstens ab. Durch den Verzehr von alkoholfreien Getränken kommt es bei ehemaligen Alkoholabhängigen zu einem Assoziationseffekten mit alkoholischen Getränken und im schlimmsten Fall zu einer Reaktivierung einer psychischen Abhängigkeit. Da selbst alkoholfreies Bier wie normales Bier aussieht, riecht und schmeckt, lediglich der Alkoholgehalt unterscheidet sich. Neugierig wie sich Alkohol im Körper verhält und was er mit dir anstellt? Hier findest du einen interessanten Beitrag.

 

  1. Keine physiologischen Auswirkungen? Heißt dass ich kann so viel alkoholfreies Bier trinken wie ich will und trotzdem noch Auto fahren? 

Ja, genau das bedeutet dass! Alkoholfreie Alternativen wirken sich nicht auf deine Fahrtüchtigkeit aus. Schon im Jahre 1983 fanden Wissenschaftler heraus, dass ein durchschnittlicher Mann mit einem Köpergewicht von 75 kg innerhalb einer Stunde zwölf Liter alkoholfreies Bier trinken müsste, um auf eine Blutalkoholkonzentration von 0,8 % zu kommen.

Außerdem fanden die Wissenschaftler heraus, dass nach einer Aufnahme von 1,5 Litern alkoholfreien Bier innerhalb einer Stunde die Blutalkoholkonzentration der Probanden bei 0,0 Promille lag. Erklärt wird dieser Effekt dadurch, dass der Alkoholabbau schneller erfolgt, als dem Körper neuer Alkohol zugeführt wird. 

 

  1. Ist im 0,0 % Bier wirklich kein Alkohol?

Alkoholfreies Bier kann bis zu 0,5 Vol. % Alkohol enthalten. Einige Hersteller bieten dennoch bereits alkoholfreies Bier an, was mit 0,0 Vol. % tatsächlich keinen Alkohol enthält.

Per Gesetz dürfen Produkte bis zu der Obergrenze von 0,5 Vol. % als „alkoholfrei“ bezeichnet werden. Ab 2015 informieren viele Hersteller auf den Etiketten freiwillig über den sogenannten Restalkohol in alkoholfreiem Bier. Grund für den Restalkohol in alkoholfreiem Bier sind in der Regel die Herstellungsverfahren. So kann beispielsweise der Gärprozess unterbrochen werden, sobald das Bier einen geringen Alkoholgehalt erreicht hat. Alternativ wird dem Bier der Alkohol nachträglich wieder entzogen, aber auch hier verbleibt zumeist eine Restmenge zurück.

 

  1. Ist alkoholfreies Bier trotz geringer Restalkoholmenge für Schwangere geeignet?

    Ja! In geringen Mengen ist alkoholfreies Bier gelegentlich sogar für Schwangere geeignet, sofern sie ihren Flüssigkeitsbedarf ansonsten über Wasser und ungesüßte Früchte- und Kräutertees decken. Vergleichbar geringe Alkoholmengen befinden sich auch in Bananen und Apfel- oder Traubensaft, diese Lebensmittel sind für Schwangere ebenfalls in Maßen in Ordnung.

     

    1. Sind alkoholfreie Getränke wie z.B. Bier oder Wein für Kinder geeignet?

      Nein! Alkoholfreies Bier ist auf keinen Fall für Kinder geeignet. Dies liegt aber weniger am Restalkohol als am Geschmack, am Aussehen und an dem Geruch. Kinder könnten sich so frühzeitig an den Geschmack gewöhnen und später leichter einen Hang zum Alkoholkonsum entwickeln. Also auch, wenn beispielsweise kein Alkohol in einem Bier ist, also 0,0 Vol.%, ist es dennoch kein Getränk für Kinder.

       

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