Wir haben unsere vollständige CO₂-Bilanz für die Jahre 2023 und 2024 wissenschaftlich im Rahmen einer Masterarbeit an der Hochschule Trier erfassen lassen. Das zentrale Ergebnis: Während sich unser Umsatz nahezu verdoppelte, verbesserte sich die CO₂-Effizienz pro Euro Umsatz um 22 %. In diesem Beitrag zeigen wir transparent, wie sich unsere Emissionen entwickelt haben, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden und welche nächsten Schritte geplant sind.
Warum wir überhaupt eine CO₂-Bilanz erstellt haben
Als kleines Team aus drei Personen in Gusterath bei Trier könnten wir uns theoretisch hinter unserer Größe verstecken. CO₂-Bilanzierung ist etwas, das man eher von großen Konzernen kennt, mit eigenen Nachhaltigkeitsabteilungen und Millionenbudgets. Wir haben uns trotzdem entschieden, unsere Emissionen genau zu berechnen und öffentlich zu machen, weil wir glauben: Wenn du für dich in Anspruch nimmst, eine bewusste, gesündere Alternative zu verkaufen, solltest du auch bei der Umwelt ehrlich hinschauen.
Die Berechnung erfolgte nach dem international anerkannten GHG-Protocol-Standard mit dem Tool ecocockpit der EFA NRW, dem gleichen Rahmenwerk, das auch große Unternehmen für ihre Klimaberichterstattung nutzen.
Die Zahlen: Wachstum trotz sinkender CO₂-Intensität
Zwischen 2023 und 2024 hat sich unser Umsatz nahezu verdoppelt. Gleichzeitig stiegen die CO₂-Emissionen deutlich langsamer, nämlich um 54,3 % auf 55,7 Tonnen CO₂-Äquivalent. Dadurch verbesserte sich die CO₂-Intensität pro Euro Umsatz spürbar.
| Kennzahl | 2023 | 2024 |
|---|---|---|
| Umsatz | Index 100 | Index 198 |
| CO₂-Emissionen gesamt | 36,1 t CO₂e | 55,7 t CO₂e |
| CO₂ pro Euro Umsatz | 0,4498 kg | 0,3509 kg |
💡 Was das bedeutet: Das Ergebnis zeigt: Wirtschaftliches Wachstum und eine bessere CO₂-Effizienz können gleichzeitig erreicht werden. Größere Bestellmengen, besser gebündelte Transporte und effizientere Abläufe tragen dazu bei, die Emissionen im Verhältnis zum Umsatz zu senken.
Was wir konkret verändert haben
Unser nächstes Ziel: Emissionen systematisch weiter senken
Auf Basis der Bilanz wollen wir unsere Emissionen schrittweise weiter reduzieren und verbleibende Emissionen transparent bewerten. Dafür haben wir einen Maßnahmenplan in vier aufeinander aufbauende Schritte gegliedert:
Veröffentlichung der Bilanzen 2023 und 2024, Überprüfung zentraler Emissionsquellen und erste Optimierung der Lieferprozesse
Stärkere Berücksichtigung nachvollziehbarer Umweltstandards und transparenter Herstellerangaben bei der Sortimentsauswahl
Prüfung von Ökostrom, energieeffizienteren Geräten sowie weiteren Einsparpotenzialen in Lager, Verpackung und Versand
Regelmäßige Aktualisierung der Bilanz, Dokumentation der Maßnahmen und Überprüfung der erreichten Verbesserungen
Wir werden im Blog transparent über Fortschritte, offene Herausforderungen und neue Erkenntnisse berichten. Nachhaltigkeit verstehen wir nicht als einmalige Werbeaussage, sondern als fortlaufenden Prozess, der regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden muss.
Die vollständige wissenschaftliche Grundlage zu diesem Artikel ist die Masterarbeit „CO₂-Neutralität im E-Commerce – Herausforderungen und Chancen für kleine Unternehmen am Beispiel eines alkoholfreien Online-Handelsunternehmens" von Christopher Gouverneur, Hochschule Trier / Umwelt-Campus Birkenfeld (2025).